The New Grunge

15 . 12 . 13

In diesen kalten Wintertagen scheint Grunge allgegenwärtig zu sein. In jedem Geschäft findet man ein Holzfellerhemd, eine Acid-washed Jeans oder einen Lederrock. Eigentlich enstanden als Untergrundkultur rund um Seattle von der Mittelschicht-Jugend die von ihrem eigenen Leben gelangweilt war, ist Grunge längst salonfähig geworden. Und gerade in diesem Winter greift die Mode die visuellen Merkmale dieser Kultur auf und mixt sie mit neuen Elementen. Enstanden ist der New Grunge.

Ein Designer der ganz besonders daran beteilligt war, diesen Trends zu den wichtigsten dieser Saison zu machen, ist Hedi Slimane der für SAINT LAURENT eine meiner Lieblingskollektionen für diesen Winter zeigte. Karomuster als Kleid oder auf Flanellhemden sowie kurze Kleider und Röcke waren Schlüsselelemente der Collection.

Außerdem sah man viel Schwarz und viel Leder, wenn möglich beides. Slimane spielte bei den tollen Looks mit Verhüllung und nackter Haut. Leder wurde in Verbindung mit feinen, semitransparenten Materialien gezeigt und das Schwarz kontrastierte mit der bleichen Haut der Models die ganz im Stil des Heroin-Chic gestylt waren.

Hedi Slimane setzte auch schuhtechnisch Trends. Die wunderschönen Boots waren mit etlichen Schnallen, Nieten und anderen dekorativen Elementen verziert. Besonders schön finde ich das Modell mit den Verzierungen aus Perlen, Knöpfen, Nieten und Kristallen (mitte). 


Für den Grunge neue Elemnte waren zum Beispiel Glitzer oder edle Pelze. Außerdem standen die floralen Muster stets im Kontrast mit der frechen Attitude des Grunge, die auch von den Models gut übernommen wurde.

Und auch die SAINT LAURENT Herrenkollektion drehte sich um Grunge. Im Gegensatz zu anderen Designern passte Hedi Slimane die Herrenlinie an die für die Frauen an, sodas wir eine Art modische Gleichsetzung haben.

Das US-Label UNIF CLOTHING setzt nicht nur in dieser Saison auf Grunge und die 90es sondern schon seit seinem Bestehen. Immer wieder wird die Ästhetik aufgegriffen un neu interpretiert. Und das zahlt sich aus: UNIF gehört mittlerweile zu einem der bekanntesten Indibrands.

Bei PRADA experimentierte man neben der Rocklänge, die diesen Winter eindeutig in Richtung Knie geht, mit der Ästhetik des Unfertigen. Die Models sahen aus als wären sie erst 5 Minuten vor der Show eingetroffen und sich nur schnell was übergeworfen hätten. Die Haare waren verklebt und sahen fettig aus, so als wäre Kurt Cobain der Hairstylist gewesen.

Der Grungelook wurde durch Metallic- und Glitzerelemente aufgepeppt. Interessant ist, wie Miuccia Prada die Metallicstücke kombiniert hat. Das goldene Kleid wurde zu einem Shirt in Khaki getragen und das Silberkleid sah man in Verbindung mit einem braunen Gürtel. So wurden vollkommen unterschiedliche Assoziationskreise zusammen gebracht und dieses Konzept findet man in der gesamten Kollektion wieder.

Ein Highlight bei PRADA waren aber auf jeden Fall die Schuhe. In typischen 90es Stil mit Fesselverschluss und Plateau. Wahlweise in Metallictönen, mit Krokoprägung, in Lack oder weiteren spannenden Materialien.


Neben den Farben spielte man bei PRADA aber auch sehr stark an der Struktur. Gerade in den komplett braunen Looks fallen die unterschiedlichen Strukturen und Prägungen besonders ins Auge.

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